Was Sie über ESRS E3 wissen müssen
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Worum es in ESRS E3 geht
ESRS E3 orientiert sich an der Wasserrahmenrichtlinie und der Europäischen Wasserresilienzstrategie und berücksichtigt bestehendes Recht wie die Industrieemissionsrichtlinie, die Trinkwasserrichtlinie und EMAS. An den Angaben sollen Nutzer der Nachhaltigkeitserklärung erkennen, wie viel Wasser das Unternehmen entnimmt, verbraucht und einleitet, wo das geschieht und wie es mit Wasser umgeht, besonders in Gebieten mit Wasserstress. Erfasst wird nicht nur Süßwasser, sondern jedes Wasser, auch Brackwasser, Meerwasser oder Wasser von Dritten.
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Die 4 Angabepflichten im Überblick
Die Angabepflichten zeigen, wie das Unternehmen mit Wasser umgeht (E3-1 bis E3-3) und wie viel es nutzt (E3-4). Gebiete mit Wasserstress ziehen sich durch alle vier.
- E3-1 Policies: Die Policies zur Wassernutzung. Liegen Standorte in Gebieten mit Wasserstress, die keine Policy abdeckt, ist das offenzulegen
- E3-2 Maßnahmen und Mittel: Die wichtigsten Maßnahmen, umgesetzt und geplant, und die dafür vorgesehenen Mittel, gesondert für Gebiete mit Wasserstress
- E3-3 Ziele: Welche Ziele sich das Unternehmen zur Wassernutzung gesetzt hat, wo sinnvoll bezogen auf bestimmte Gebiete, etwa mit Wasserstress
- E3-4 Wasserkennzahlen: Sechs Kennzahlen für das eigene Geschäft, von der Entnahme bis zum gespeicherten Wasser (siehe nächster Abschnitt)
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Die sechs Wasserkennzahlen
Die Kennzahlen gelten für das eigene Geschäft und werden in Kubikmetern angegeben.
- Entnahme: alles Wasser, das das Unternehmen aus allen Quellen bezieht, ob aus dem öffentlichen Netz, aus eigenen Brunnen oder aus Gewässern
- Einleitung: alles Wasser, das das Unternehmen wieder abgibt, in Oberflächengewässer, ins Grundwasser oder an Dritte wie die Kanalisation
- Verbrauch: was entnommen und nicht wieder abgegeben wird, etwa weil es verdunstet oder in Produkte eingeht. Er lässt sich messen, schätzen oder als Entnahme minus Einleitung berechnen. Zusätzlich anzugeben ist der Verbrauch in Gebieten mit Wasserstress
- Wiederverwertetes und wiederverwendetes Wasser: Wasser, das vor der Einleitung mehrfach genutzt wird, im selben Prozess oder an anderer Stelle im Unternehmen, und so den Bedarf senkt
- Gespeichertes Wasser: Wasser in Speichern oder Becken
Liegt der wesentliche Wasserverbrauch in der Wertschöpfungskette, etwa beim Anbau landwirtschaftlicher Rohstoffe, decken diese Kennzahlen ihn nicht ab. Dann gehören die Wertschöpfungskette und die Policies, Maßnahmen und Ziele dafür in die Angaben, soweit sie für das Verständnis nötig sind. Wo die Kennzahlen nicht ausreichen, sind unternehmensspezifische Kennzahlen zu ergänzen.
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Gebiete mit Wasserstress
Wasserstress beschreibt den Druck auf ein Einzugsgebiet: wie viel Wasser verfügbar ist, in welcher Qualität und wer Zugang hat.
- Bewertung: Der Standard nennt globale Indikatoren mit Schwellenwerten, etwa den Basis-Wasserstress ab „hoch“ (40–80 %), die Erschöpfung der Wasserressourcen und den Water Exploitation Index plus (WEI+) ab 40 %. Sie erfassen nur die Menge; eine vollständige Bewertung berücksichtigt auch Qualität und Zugang
- Ebene: Bewertet wird in der Regel mindestens je Einzugsgebiet. Eigene Methoden mit lokalem Wissen sind zulässig
- Abgrenzung: Wasserstress ist nur ein Teil der physischen Wasserrisiken; dazu kommen etwa Hochwasser und Dürre. Ein vollständiges Bild umfasst auch regulatorische Risiken und Reputationsrisiken. Physische Risiken, die der Klimawandel verursacht oder verschärft, auch Wasserstress, behandelt E1
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Übergangsfristen
Anders als E4 oder die sozialen Standards S2 bis S4 kann E3 nicht als Ganzes aufgeschoben werden, und es gibt keine eigenen Übergangsfristen. Es gelten nur die allgemeinen Erleichterungen, etwa für erwartete finanzielle Effekte aus Wasserrisiken. Für das Geschäftsjahr 2026 gilt eine Sonderregel: Unternehmen der ersten Welle, die am Bilanzstichtag mindestens eine der beiden Schwellen nicht überschreiten (450 Mio. EUR Nettoumsatz oder durchschnittlich 1.000 Beschäftigte), dürfen alle Themenstandards weglassen, wenn sie schon den neuen Satz anwenden. Sie müssen aber angeben, ob Wasser wesentlich ist. Ist es wesentlich, beschreiben sie kurz, wie Geschäftsmodell und Strategie die Auswirkungen berücksichtigen, sowie Ziele und Fortschritt, Policies und Maßnahmen, und nennen relevante Kennzahlen.
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Typische Datenquellen im Unternehmen
Die meisten Daten liegen schon vor, nur an verschiedenen Orten:
- Versorgerrechnungen und Wasserzähler je Standort liefern die Entnahme aus dem öffentlichen Netz
- Produktion und Technik kennen Kühl-, Prozess- und Reinigungswasser, Kreislaufführung und Speicher
- Umweltmanagementsysteme wie ISO 14001 oder EMAS können Wasserdaten, Ziele und Maßnahmen liefern
- Frei verfügbare Werkzeuge wie der Aqueduct Water Risk Atlas des World Resources Institute zeigen, ob Standorte in Gebieten mit Wasserstress liegen
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Zusammenhang mit dem VS-Standard
Der VS-Standard verlangt im Basismodul die gesamte Wasserentnahme, auch aus dem öffentlichen Netz. Wer Prozesse mit hohem Wasserverbrauch hat, etwa Trocknung, Energieerzeugung oder Bewässerung, gibt zusätzlich den Wasserverbrauch an, getrennt für Standorte in Gebieten mit Wasserstress.
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Typische Fehler
Diese Punkte fallen in der Praxis oft auf:
- Wasser nur auf Unternehmensebene erfassen. E3 braucht den Bezug zu Standort, Einzugsgebiet und Wasserstress
- Den Wasserverbrauch in der Wertschöpfungskette übersehen, weil die Kennzahlen nur das eigene Geschäft abdecken
- Den Aufwand der Datenerhebung unterschätzen. Bei vielen Standorten dauert es oft mehrere Monate, Wasserdaten je Standort und die Bewertung des Wasserstresses aufzubauen