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Branchen

ESG und THG-Bilanz in Banken und Versicherungen

Banken und Versicherungen: finanzierte Emissionen nach PCAF, Green Asset Ratio, SFDR und eigener Bericht.

Problemstellungen

Worauf es bei Banken und Versicherern ankommt

  1. 01

    Typische wesentliche Themen

    Der eigene Betrieb ist klein, das Kredit-, Anlage- und Versicherungsgeschäft ist groß. Wesentlich sind deshalb meist Klima über das Portfolio (E1), Verbraucher und Endnutzer (S4) sowie Geldwäsche- und Korruptionsprävention (G1). Nachhaltigkeitsstrategie und Governance sind Sache der Leitungs- und Aufsichtsorgane.

  2. 02

    Berichtspflicht und Regelwerke

    Nach dem Omnibus fallen viele Institute aus der CSRD-Pflicht. In Österreich erstellen Institute von öffentlichem Interesse mit mehr als 500 Beschäftigten, also Unternehmen der ersten Welle, die mindestens eine der beiden Schwellen nicht überschreiten (450 Mio. EUR Umsatz oder 1.000 Beschäftigte), weiter einen nichtfinanziellen Bericht nach bisherigem Recht, außer sie wenden die neuen Regeln freiwillig an. Institute über beiden Schwellen berichten nach ESRS. In Deutschland ist die CSRD noch nicht umgesetzt (Stand November 2026); bis dahin gelten die bisherigen Regeln zur nichtfinanziellen Erklärung. Wer keiner Pflicht unterliegt, berichtet freiwillig, etwa nach dem VS-Standard. Wer Portfolioverwaltung oder Versicherungsanlageprodukte anbietet, ist Finanzmarktteilnehmer nach der SFDR: Ab durchschnittlich mehr als 500 Beschäftigten, bei Mutterunternehmen auf Gruppenebene, ist die Erklärung zu den wichtigsten nachteiligen Auswirkungen (PAI) auf Unternehmensebene Pflicht, darunter gilt „comply or explain“. Wer nur Anlageberatung anbietet, ist Finanzberater und gibt auf der Website an, ob er diese Auswirkungen berücksichtigt. Die vorgeschlagene SFDR-Revision würde diese Erklärung streichen; beschlossen ist sie nicht (Stand November 2026).

  3. 03

    Finanzierte Emissionen

    Die Emissionen der Kreditnehmer und Beteiligungen werden der Bank oder dem Versicherer anteilig zugerechnet, in Scope-3-Kategorie 15. Der PCAF-Standard legt dafür je Asset-Klasse fest, wie gerechnet wird, und sieht für jede Position einen Datenqualitäts-Score vor. Wer nach ESRS berichtet, zieht PCAF heran.

  4. 04

    Daten der Kreditnehmer

    Institute im Anwendungsbereich der CSRD berichten die Green Asset Ratio; wer keine taxonomiekonformen Tätigkeiten geltend macht, darf bis Ende 2027 stattdessen eine Standarderklärung abgeben. Für die Quote, für grüne Finanzierungsprodukte und für das Management von ESG-Risiken brauchen Institute Daten je Kunde und Vermögenswert: veröffentlichte Taxonomie-Kennzahlen berichtspflichtiger Kreditnehmer sowie Gebäude- und Fahrzeugdaten bei Wohnbau- und Kfz-Krediten an Haushalte. Seit der vereinfachten Taxonomie-Offenlegung von 2026 fallen Finanzierungen von Unternehmen ohne CSRD-Pflicht, die keiner berichtspflichtigen Gruppe angehören, auch aus dem Nenner der GAR; im Zähler zählten sie schon bisher nicht. Berichtet ein solcher Kunde freiwillig Taxonomie-Kennzahlen oder ist die Mittelverwendung bekannt, darf die Bank ihn einbeziehen. Versicherer im Anwendungsbereich der CSRD berichten statt der GAR eigene Kennzahlen für Kapitalanlagen und, außer in der Lebensversicherung, für das Versicherungsgeschäft.

Rechenbeispiel

Der eigene Betrieb ist der kleinste Teil

Schalten Sie die finanzierten Emissionen dazu und sehen Sie, wie klein der eigene Fußabdruck neben dem Portfolio ist.

  • Eigener Betrieb Scope 1: Heizung und Dienstwagen 400 t 400 t
  • Eigener Betrieb Scope 2: Strom 300 t 300 t
  • Unternehmenskredite Kategorie 15: Kredite und nicht börsennotierte Beteiligungen 0 t 120.000 t
  • Wertpapiere Kategorie 15: börsennotierte Aktien und Unternehmensanleihen 0 t 45.000 t
  • Projektfinanzierung Kategorie 15: Projekte mit bekanntem Verwendungszweck 0 t 25.000 t
  • Staatsanleihen Kategorie 15: Staatsanleihen und Staatskredite 0 t 10.000 t
  • Wohnbaukredite Kategorie 15: Kredite für Kauf und Umschuldung von Wohnimmobilien 0 t 40.000 t
Summe eigener Betrieb Summe mit finanzierten Emissionen 700 240.700 t

Illustratives Beispiel für eine Regionalbank mit Versicherungsgeschäft. Daneben, nicht addiert: versicherungsassoziierte Emissionen aus der Gewerbe-Sachversicherung, hier 20.000 t. PCAF sieht vor, sie als Zusatzangabe zu Kategorie 15 auszuweisen und nicht mit den finanzierten Emissionen zu addieren.

Warum das Portfolio überwiegt

  1. 01

    Die Emissionen entstehen bei den Kunden

    Heizung, Strom und Dienstwagen sind überschaubar. Was Kreditnehmer und Beteiligungen ausstoßen, ordnet das GHG Protocol der Bank je nach Finanzierung anteilig in Scope-3-Kategorie 15 zu.

  2. 02

    PCAF rechnet anteilig, je Asset-Klasse

    Für Kredite und Investments ist der Attributionsfaktor der Anteil des ausstehenden Betrags am Gesamtwert des Unternehmens oder Projekts; er wird mit dessen Emissionen multipliziert. Das Versicherungsgeschäft folgt einer eigenen Methode.

  3. 03

    Die Datenqualität gehört zum Ergebnis

    Jede Position erhält einen Score von 1 bis 5, 1 ist die beste Qualität. Er zeigt, wie belastbar die große Zahl ist.

Vorgehen

So lösen wir das mit NetCero

Portfolio nach PCAF rechnen, Betrieb daneben führen, eigenen Bericht daraus bauen.

  1. 01

    PCAF nach Geldfluss

    Jede Position wird nach der Rechenvorschrift ihrer Asset-Klasse gerechnet und erhält ihren Datenqualitäts-Score. Portfolio und eigener Betrieb stehen in einer Bilanz nebeneinander.

    In NetCero Zwölf PCAF-Werttypen in der THG-Bilanz: Unternehmenskredite und nicht börsennotierte Beteiligungen, börsennotierte Aktien und Anleihen, Projektfinanzierung, Staatsanleihen und Asset Finance, dazu Gewerbeversicherung, Haftpflicht und Rückversicherung. Fehlen berichtete Werte, wird über Umsatz oder Kosten genähert.

  2. 02

    Eigener Bericht im VS-Standard oder nach ESRS

    Der freiwillige Bericht folgt der Struktur des VS-Standards. Berichtspflichtige Institute berichten nach ESRS.

    In NetCero VS-Bericht und ESRS-Bericht entstehen aus derselben Datenbasis wie die Betriebsbilanz. Datenpunkte für SFDR, Säule 3 und die Management-Summary lassen sich mit Tags markieren und gebündelt abrufen.

  3. 03

    Wesentlichkeit, Strategie und Ziele für die Leitung

    Wesentliche Themen, Nachhaltigkeitsstrategie, Governance und Ziele werden so aufbereitet, dass Vorstand und Aufsichtsrat darüber entscheiden können. Jede Maßnahme hat Verantwortliche und einen Status.

    In NetCero Die doppelte Wesentlichkeitsanalyse bewertet Themen, Auswirkungen, Risiken und Chancen für Ihr Institut. Im ESG-Management stehen Strategie und Ziele als Maßnahmen mit Verantwortlichen und Status.

  4. 04

    EU-Taxonomie aus derselben Datenbasis

    Wirtschaftsaktivitäten werden eingeordnet und auf Konformität geprüft. Die Kennzahlen entstehen aus denselben Daten wie Bilanz und Bericht.

    In NetCero Das Taxonomie-Modul führt Aktivitäten, Prüfung und Kennzahlen.

Zuordnung

Wo die Emissionen einer Bank oder eines Versicherers stehen

Bei den meisten Instituten liegt der größte Teil im Portfolio, nicht im eigenen Haus.

Typische Emissionsquellen bei Banken und Versicherern und ihre Zuordnung
QuelleGehört inWarum
Heizung und Dienstwagen Scope 1 Verbrennung in Anlagen und Fahrzeugen unter eigener Kontrolle.
Strom für Filialen und Büros Scope 2 Eingekaufte Energie, selbst verbraucht.
Dienstreisen und Pendeln Kategorie 6 und 7 Verkehr der Beschäftigten in fremden Fahrzeugen.
Unternehmenskredite und nicht börsennotierte Beteiligungen ohne Kontrolle Kategorie 15 Finanzierte Emissionen nach PCAF, anteilig nach Attributionsfaktor. Nach GHG Protocol ist der Ausweis für allgemeine Unternehmenskredite ohne bekannten Verwendungszweck optional; nach ESRS wird Kategorie 15 ausgewiesen, wenn sie signifikant ist.
Börsennotierte Aktien und Unternehmensanleihen Kategorie 15 Finanzierte Emissionen nach PCAF, mit dem Unternehmenswert einschließlich Barmitteln (EVIC) als Nenner, bei Anleihen nicht börsennotierter Unternehmen Eigen- plus Fremdkapital.
Projektfinanzierung und Staatsanleihen Kategorie 15 Eigene Asset-Klassen mit eigener Rechenvorschrift. Wer ein relevantes Projekt als Erstfinanzierer oder erster Kreditgeber finanziert, weist nach GHG Protocol im Jahr der Finanzierung zusätzlich die erwarteten Scope-1- und Scope-2-Emissionen der gesamten Projektlebensdauer aus, getrennt von Scope 3.
Wohnbaukredite, gewerbliche Immobilienfinanzierung und Kfz-Kredite Kategorie 15 Eigene Asset-Klassen. Nenner ist der Objekt- oder Fahrzeugwert bei Vergabe, die Emissionen kommen aus gemessenem Verbrauch, Energieausweis oder Fahrzeugdaten, sonst aus statistischen Durchschnittswerten.
Gewerbe-, Projekt- und private Kfz-Versicherung, Rückversicherung Zusatzangabe zu Kategorie 15 Versicherungsassoziierte Emissionen nach PCAF, getrennt von den finanzierten Emissionen. Nach GHG Protocol ist der Ausweis optional.
  • Scope 1 oder 2
  • Scope 3, Kategorie
  • Zusatzangabe zu Kategorie 15, Ausweis optional

Fehlbuchungen

Typische Fehler

  • Nur den eigenen Betrieb bilanzieren

    Damit fehlt meist der weitaus größte Teil, Scope-3-Kategorie 15.

  • Die vollen Emissionen des Kreditnehmers ansetzen

    Zugerechnet wird nur der eigene Anteil; alles andere zählt doppelt, weil auch andere Geldgeber Anteile haben.

  • Den Datenqualitäts-Score einfach mitteln

    PCAF empfiehlt einen nach ausstehendem Betrag gewichteten Score und verlangt den Score für Scope 3 der Kreditnehmer getrennt von dem für Scope 1 und 2.

Häufige Fragen

Je Position den ausstehenden Betrag und den Gesamtwert des Unternehmens, dazu dessen Emissionen. Geprüfte berichtete Emissionen ergeben die beste Datenqualität, ungeprüfte die zweitbeste. Fehlen sie, wird mit Energie- oder Produktionsdaten gerechnet, sonst mit Sektorfaktoren je Umsatz oder Vermögen.

Nach GHG Protocol ist der Ausweis optional. Wer PCAF anwendet, weist versicherungsassoziierte Emissionen, soweit wesentlich und Daten vorliegen, als Zusatzangabe zu Scope-3-Kategorie 15 aus, getrennt von den finanzierten Emissionen. Addiert werden die beiden nicht, damit Anlage- und Versicherungsgeschäft auseinanderzuhalten sind.

Kernbankensystem und Kreditakt für ausstehende Beträge, Sicherheiten, Branchenschlüssel, Objekt- und Fahrzeugdaten; Depot- und Wertpapierdaten mit Unternehmenswert (EVIC) und berichteten Emissionen aus Datenanbietern; Energieausweise der finanzierten Gebäude; Facility Management und Fuhrpark für den eigenen Betrieb.

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