Zum Inhalt springen

Ressourcen · Nachhaltigkeit

Product Carbon Footprint (PCF) einfach erklärt: Methode, Standards, Anwendung

Der Product Carbon Footprint misst die Treibhausgasemissionen eines einzelnen Produkts über seinen Lebenszyklus. Welche Standards gelten, wann eine verkürzte Systemgrenze zulässig ist und warum Lieferketten PCF-Daten fordern.

Stand:

Product Carbon Footprint auf einen Blick

Was?

Die Treibhausgasemissionen eines einzelnen Produkts über seinen Lebenszyklus, ausgedrückt in CO₂-Äquivalenten (Umrechnung nach IPCC AR6).

Methode?

Lebenszyklusanalyse (Life Cycle Assessment, LCA) in vier Phasen nach ISO 14040 und ISO 14044.

Standards?

ISO 14067 und der GHG Protocol Product Standard sind die zentralen Referenzen. Daneben bestehen PAS 2050 und die europäische PEF-Methode.

Warum?

Abnehmer brauchen PCF-Daten für ihre Scope-3-Kategorie 1, für CBAM-Angaben (nach eigener Methodik), für Ökodesign-Anforderungen und für Umweltproduktdeklarationen.

Häufige Fragen zum Product Carbon Footprint

Der PCF bezieht sich auf ein einzelnes Produkt und beruht auf einer Lebenszyklusanalyse. Der CCF erfasst alle Treibhausgasemissionen eines Unternehmens aggregiert über Scope 1, 2 und 3. Der PCF eines Zulieferers wird beim Abnehmer Teil von Scope 3.

Nicht ohne weiteres. Der GHG Protocol Product Standard verlangt für Endprodukte den vollständigen Lebenszyklus; eine Gate-Grenze ist nur für Zwischenprodukte zulässig und muss offengelegt und begründet werden. ISO 14067 erlaubt einen partiellen Footprint, verlangt dann aber die Kennzeichnung und eine gesonderte Angabe zu biogenem Kohlenstoff. Prüfen Sie also zuerst, ob Ihr Produkt ein Zwischen- oder ein Endprodukt ist.

Zentral sind ISO 14067:2018 und der GHG Protocol Product Standard, methodisch unterlegt von ISO 14040 und ISO 14044. Daneben bestehen PAS 2050 und die europäische PEF-Methode, die 16 Wirkungskategorien abdeckt und den Carbon Footprint einschließt. Branchenregelwerke setzen darauf auf.

Primärdaten sind direkt gemessene oder erhobene Aktivitätsdaten aus dem eigenen Betrieb oder vom Lieferanten. Sekundärdaten sind generische Emissionsfaktoren aus Datenbanken. Primärdaten erhöhen Präzision und Belastbarkeit erheblich; die Standards verlangen, Herkunft und Art der verwendeten Daten offenzulegen.

Nein. Cradle-to-Cradle ist ein Gestaltungskonzept und ein Zertifizierungsprogramm für Kreislauffähigkeit, keine in ISO 14067 oder im GHG Protocol definierte Systemgrenze. Für die PCF-Berechnung sind Cradle-to-Gate und Cradle-to-Grave die relevanten Begriffe; die Behandlung von Sekundärmaterial regeln die Zuordnungsregeln der Standards.

In der Praxis beginnt man mit den Produkten, die Kunden anfragen oder die den größten Umsatz- oder Emissionsanteil haben. Für Produktfamilien lassen sich repräsentative Berechnungen verwenden, solange die Vergleichbarkeit begründet und die Annahmen dokumentiert sind.

Demo buchen

PCF-Daten effizient erfassen und weitergeben

Wir zeigen Ihnen in einer kostenlosen Demo, wie NetCero Sie bei Erhebung und Weitergabe von PCF-Daten entlang der Lieferkette unterstützt.

Demo buchen