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Ressourcen · Klimaschutz

THG-Bilanzierung (GHG Protocol) einfach erklärt

Die THG-Bilanzierung erfasst alle Treibhausgasemissionen eines Unternehmens nach dem GHG Protocol. Was Scope 1, 2 und 3 bedeuten, wie CO2-Äquivalente nach IPCC AR6 berechnet werden und warum die Bilanz auch ohne Berichtspflicht gebraucht wird.

Stand:

THG-Bilanzierung auf einen Blick

Was?

Systematische Erfassung aller Treibhausgasemissionen eines Unternehmens — der Corporate Carbon Footprint (CCF) nach dem GHG Protocol.

Scopes?

Scope 1: direkte Emissionen. Scope 2: Emissionen aus zugekaufter Energie, die das Unternehmen selbst verbraucht. Scope 3: die übrigen 15 Kategorien entlang der Wertschöpfungskette, vor- und nachgelagert.

Einheit?

CO2-Äquivalente (CO2e). Die erfassten Treibhausgase werden über ihr Treibhauspotenzial umgerechnet — auf Basis von IPCC AR6 über 100 Jahre.

Warum?

ESRS E1, Science Based Targets, CBAM, Produkt-Fußabdrücke sowie Anfragen von Großkunden, Banken und Investoren. Die meisten dieser Gründe bestehen unabhängig von einer Berichtspflicht.

Häufige Fragen zur THG-Bilanzierung

Scope 1 sind direkte Emissionen aus eigenen oder kontrollierten Quellen. Scope 2 sind Emissionen aus zugekaufter Energie, die das Unternehmen selbst verbraucht. Scope 3 umfasst die übrigen 15 Kategorien entlang der Wertschöpfungskette — von eingekauften Waren über Geschäftsreisen bis zur Nutzung verkaufter Produkte.

Eine gemeinsame Maßeinheit für alle Treibhausgase. Jedes Gas wird über sein Treibhauspotenzial in eine CO2-vergleichbare Menge umgerechnet. Nach IPCC AR6 über 100 Jahre hat Methan einen Wert von 27,0 (nicht fossil) bzw. 29,8 (fossil), SF6 von 24.300.

AR6. Das GHG Protocol empfiehlt den jeweils aktuellsten Bericht, und ESRS E1 verweist ebenfalls darauf. Nach ESRS E1 dürfen Emissionsfaktoren auf Basis älterer GWP-Werte wie AR5 verwendet werden, wenn sie am besten geeignet oder verfügbar sind — das ist dann zu erläutern. In jedem Fall gehört die verwendete GWP-Quelle in den Bericht. Vorsicht bei älteren Angaben: ein oft zitierter SF6-Wert von 23.900 stammt aus einem Bericht der 1990er-Jahre und entspricht keinem aktuellen Stand.

Wenn Ihr Unternehmen in Märkten tätig ist, in denen vertragliche Instrumente wie Herkunftsnachweise oder PPAs angeboten werden — und im EU-Strommarkt ist das der Fall. Gibt es solche Instrumente in einem Markt nicht, genügt dort nach GHG Protocol die standortbasierte Methode. Wer nach ESRS E1 berichtet, gibt immer beide Werte an. Die marktbasierten Instrumente müssen außerdem die Scope-2-Qualitätskriterien erfüllen.

Weil die Daten nicht bei Ihnen liegen, sondern bei Lieferanten, Kunden und Logistikpartnern — und oft nur als Ausgaben- oder Mengengrößen vorhanden sind, die mit Durchschnittsfaktoren hochgerechnet werden. Darum beginnt man mit einem Screening der 15 Kategorien und vertieft nur die wesentlichen.

Der Corporate Carbon Footprint bilanziert das gesamte Unternehmen. Der Product Carbon Footprint berechnet die Emissionen eines einzelnen Produkts über seinen Lebenszyklus. Der CCF ist die Grundlage für Unternehmensberichte, der PCF für produktbezogene Angaben gegenüber Kunden und in Lieferketten.

Das GHG Protocol empfiehlt eine Verifizierung, verlangt sie aber nicht. Verpflichtend wird eine Prüfung über die CSRD: dort gilt begrenzte Sicherheit. Unabhängig davon verlangen viele Großkunden und Finanzierungspartner inzwischen verifizierte Daten.

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