CBAM (Carbon Border Adjustment Mechanism)
Der CO₂-Grenzausgleichsmechanismus der EU erhebt auf importierte emissionsintensive Waren (z. B. Stahl, Zement, Aluminium) eine Abgabe, die dem EU-ETS-Preis entspricht. Ziel ist die Vermeidung von Carbon Leakage und die Schaffung gleicher Wettbewerbsbedingungen für Hersteller innerhalb und außerhalb der EU.
CCF (Corporate Carbon Footprint)
Der Corporate Carbon Footprint erfasst alle Treibhausgasemissionen eines Unternehmens über alle Scopes hinweg und drückt sie in CO₂-Äquivalenten aus. Er bildet die Grundlage für Klimastrategien, Reduktionsziele und die CSRD-Berichterstattung.
CO₂-Äquivalent (CO₂e)
CO₂e ist die Einheit, in der die Klimawirkung verschiedener Treibhausgase (z. B. Methan, Lachgas) auf eine gemeinsame Skala gebracht wird, bezogen auf CO₂ als Referenzgas. Ein Kilogramm Methan entspricht beispielsweise etwa 28 kg CO₂e.
CSRD (Corporate Sustainability Reporting Directive)
Die EU-Richtlinie zur verpflichtenden Nachhaltigkeitsberichterstattung löst die NFRD ab und weitet den Kreis der berichtspflichtigen Unternehmen erheblich aus. Berichte müssen nach den ESRS erstellt, in den Lagebericht integriert und extern geprüft werden.
CSDDD (Corporate Sustainability Due Diligence Directive)
Die EU-Lieferkettenrichtlinie verpflichtet große Unternehmen, menschenrechtliche und umweltbezogene Sorgfaltspflichten in der gesamten Wertschöpfungskette wahrzunehmen. Sie ergänzt die CSRD um verbindliche Handlungspflichten - nicht nur Berichtspflichten.
Doppelte Wesentlichkeit
Das CSRD-Konzept, nach dem Unternehmen sowohl ihre Auswirkungen auf Mensch und Umwelt (Impact Materiality) als auch die Nachhaltigkeitsrisiken und -chancen, die finanzielle Auswirkungen haben (Financial Materiality), bewerten müssen. Beide Perspektiven zusammen bestimmen, welche Themen im Nachhaltigkeitsbericht behandelt werden.
ESEF/XBRL
Das European Single Electronic Format (ESEF) ist das verpflichtende digitale Format für den Jahresbericht kapitalmarktorientierter Unternehmen in der EU. Nachhaltigkeitsdaten werden dabei mit XBRL-Tags versehen, um maschinelle Vergleichbarkeit zu gewährleisten.
ESG (Environmental, Social, Governance)
ESG bezeichnet die drei Dimensionen, entlang derer Unternehmen auf ihre Nachhaltigkeit bewertet werden: Umwelt (z. B. CO₂-Emissionen, Biodiversität), Soziales (z. B. Arbeitsbedingungen, Menschenrechte) und Unternehmensführung (z. B. Compliance, Transparenz). ESG-Kriterien sind Grundlage für Regulierung, Investorenentscheidungen und Berichterstattung.
ESRS (European Sustainability Reporting Standards)
Die ESRS sind die von der EFRAG entwickelten und von der EU-Kommission verabschiedeten Standards, nach denen CSRD-pflichtige Unternehmen berichten. Sie umfassen zwei übergreifende Standards sowie zehn thematische Standards zu Umwelt, Soziales und Governance.
EU Green Deal
Das politische Leitprogramm der Europäischen Kommission mit dem Ziel, Europa bis 2050 klimaneutral zu machen. Aus dem Green Deal leiten sich CSRD, EU-Taxonomie, CBAM und zahlreiche weitere ESG-Regulierungen ab.
EU-Taxonomie
Das EU-Klassifikationssystem legt fest, welche wirtschaftlichen Aktivitäten als ökologisch nachhaltig gelten, anhand von sechs Umweltzielen und dem Prinzip 'Do No Significant Harm'. Unternehmen müssen im Rahmen der CSRD angeben, welcher Anteil ihrer Umsätze, Investitionen und Betriebsausgaben taxonomiekonform ist.
Greenwashing
Greenwashing bezeichnet die irreführende Darstellung von Produkten, Dienstleistungen oder Unternehmen als umweltfreundlicher oder nachhaltiger, als sie tatsächlich sind. EU-Regulierungen wie die Green Claims Directive sollen Greenwashing sanktionieren und die Glaubwürdigkeit von Nachhaltigkeitsaussagen sicherstellen.
GHG Protocol / THG-Protokoll
Das Greenhouse Gas Protocol ist der international anerkannte Standard zur Erfassung und Berichterstattung von Treibhausgasemissionen. Es definiert die drei Scopes und bildet die methodische Grundlage für den CCF, PCF und die ESRS-Klimastandards.
IRO (Impacts, Risks and Opportunities)
IROs sind das zentrale Ergebnis der doppelten Wesentlichkeitsanalyse nach ESRS: Unternehmen identifizieren ihre tatsächlichen und potenziellen Auswirkungen auf Mensch und Umwelt sowie die damit verbundenen finanziellen Risiken und Chancen. Die wesentlichen IROs bestimmen den Berichtsumfang.
Limited Assurance
Begrenzte Sicherheit bezeichnet das Prüfungsniveau, das die CSRD initial für den Nachhaltigkeitsbericht vorschreibt. Der Prüfer gibt an, keine Hinweise gefunden zu haben, die auf wesentliche falsche Angaben schließen lassen - ein niedrigeres Sicherheitsniveau als die 'reasonable assurance' des Jahresabschlusses.
LkSG (Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz)
Das deutsche Lieferkettengesetz verpflichtet Unternehmen ab einer bestimmten Größe, menschenrechtliche und umweltbezogene Sorgfaltspflichten entlang ihrer Lieferkette wahrzunehmen und darüber zu berichten. Es gilt als nationale Vorläuferregelung zur EU-weiten CSDDD.
Net Zero
Net Zero bezeichnet das Ziel, die Netto-Treibhausgasemissionen auf null zu reduzieren, indem verbleibende Restemissionen durch Entnahme aus der Atmosphäre ausgeglichen werden. Das Pariser Abkommen zielt auf globales Net Zero bis 2050; für Unternehmen definieren SBTi-Standards den wissenschaftlich anerkannten Pfad.
PCF (Product Carbon Footprint)
Der Product Carbon Footprint misst die Treibhausgasemissionen eines Produkts über seinen gesamten Lebenszyklus (von der Rohstoffgewinnung bis zur Entsorgung) in CO₂-Äquivalenten. Er ist Grundlage für Produktumweltdeklarationen und zunehmend Gegenstand von Lieferantenanforderungen.
SBTi (Science Based Targets initiative)
Die SBTi ist eine internationale Initiative, die Unternehmen bei der Festlegung wissenschaftlich fundierter Klimaziele unterstützt. Validierte SBTi-Ziele gelten als Branchenstandard für glaubwürdige Net-Zero-Strategien und werden im Rahmen der ESRS-Klimaberichterstattung referenziert.
Scope 1, 2 und 3
Das GHG Protocol teilt Emissionen in drei Kategorien: Scope 1 (direkte Emissionen aus eigenen Quellen), Scope 2 (indirekte Emissionen aus eingekaufter Energie) und Scope 3 (alle übrigen vor- und nachgelagerten Emissionen entlang der Wertschöpfungskette, z. B. Lieferanten, Mitarbeiterreisen, Produktnutzung). Scope 3 macht bei den meisten Unternehmen den größten Anteil aus.
VSME (Voluntary Sustainability Reporting Standard for SMEs)
Der von EFRAG entwickelte freiwillige Standard ermöglicht kleinen und mittleren Unternehmen eine strukturierte, vergleichbare Nachhaltigkeitsberichterstattung außerhalb der CSRD-Pflicht. Er wird häufig auf Wunsch von Banken, Großkunden oder Investoren eingesetzt.